Veranstaltungen

Woche des Gedenkens – Auschwitz darf niemals in Vergessenheit geraten

Die Wiederkehr des Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar ist Anlass für die Veranstaltungsreihe ‚Woche des Gedenkens‘ im Bezirk Hamburg-Nord gegen das Vergessen und für ein gemeinsames Gedenken an die Opfer des Holocaust und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Mit Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen, Gesprächen und Diskussionen bis hin zu Inszenierungen, Filmvorführungen und Stadtteilrundgängen beteiligen sich zahlreiche Kultureinrichtungen, Schulen, Bücherhallen, Initiativen und engagierte Bürger.

Die zentrale Feierstunde der Bezirksversammlung findet  im Großen Sitzungssaal des Bezirksamtes Hamburg-Nord, Robert-Koch-Straße 17, statt.

Anbei finden Sie Veranstaltungen und Ausstellungen für die Woche des Gedenkens.

Ansprechpartnerin: Doris Kolland, Telefon (040) 428 04 2142, Bezirksversammlung@hamburg-nord.hamburg.de

Veranstaltungen zur Woche des Gedenkens

Termine noch unvollständig:

Montag, 16. Januar, 20:00
Buchpräsentation, Filmausschnitte und Gespräch: Nationalsozialistische Täterschaften. Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie
Barbara Brix im Gespräch mit Oliver von Wrochem

Der stellvertretende Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme Oliver von Wrochem stellt an diesem Abend das Buch Nationalsozialistische Täterschaften. Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie vor. Er spricht über den wissenschaftlichen Ertrag für die Täterforschung und die Motivation für die Nachkommen von NS-TäterInnen, sich ihrer Familiengeschichte zu stellen. Es werden Ausschnitte aus dem Interview mit Barbara Brix gezeigt, in dem sie über ihre Auseinandersetzung mit der NS-Täterschaft ihres Vaters spricht und über ihre Bereitschaft, sich an dem Buch- und Filmprojekt zu beteiligen.

Veranstalter: Stadtteilarchiv Eppendorf in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Eintritt frei

Ort: Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, 20251 Hamburg

Donnerstag, 26. Januar, 10:00
Frauenfrühstück mit kulturellem Beitrag
Wer war Schottmüller und wer ist Oda? Geschichte eines Straßennamens

Im November 2014 wurde die Schottmüllerstraße umgewidmet. Ursprünglich erinnerte sie seit 1937 an den Bakteriologen und Direktor am Universitätskrankenhaus Prof. Dr. Hugo Schottmüller, jetzt an Oda Schottmüller. An diesem Morgen wollen wir uns dem Leben der Tänzerin, Bildhauerin und Widerstandskämpferin Oda Schottmüller nähern, um sie und ihr Werk kennenzulernen. Zu Gast ist Maria Koser vom Stadtteilarchiv Eppendorf.

€ 3,- (ohne Getränke)

Ort/Veranstalter: Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, 20251 Hamburg

Montag, 30. Januar, 20:00
Aus dem Schatten ans Licht – Zur Erinnerung an Ingolf Dahl

Konzertabend mit Chormusik und vierhändigem Klavierspiel

klavier-duo-haufe-ahmelsIm Focus des Konzerts steht der in Groß Borstel geborene und aufgewachsene Komponist Ingolf Dahl, der 1933 aus Deutschland emigrieren musste (Schweiz / USA).

Kürzlich im Archiv der University of Southern California (USC) in Los Angeles entdeckte Musik wird endlich in Hamburg Groß Borstel erklingen! Dieser gegenübergestellt wird ein Chorwerk von Paul Ben-Haim, der als Paul Frankenburger im gleichen Jahr aus München nach Israel emigrierte. Weiterhin werden Werke für Chor und Klavier des bedeutenden Hamburger Romantikers Felix Mendelssohn-Bartholdy erklingen. Auch Igor Strawinsky steht in engem Bezug zu Ingolf Dahl, war er doch Strawinskys wichtigster persönlicher Assistent Anfang der vierziger Jahre in Los Angeles. Freuen Sie sich auf sein ‚Pater noster‘.

Friederike Haufe mit einem Tagebuch von Ingolf Dahl im Archiv der USC, Los Angeles

Friederike Haufe mit einem Tagebuch von Ingolf Dahl im Archiv der USC, Los Angeles

Und passend zum Luther-Jahr wird ‚Mathis der Maler‘ von Paul Hindemith in der vierhändigen Klavierfassung des Komponisten aufgeführt. Das Werk erzählt musikalisch das Leben des Matthias Grunewald, Schöpfer des Isenheimer Altars, zu Zeiten der Reformation. Nachdem die Uraufführung der Opernfassung unter Furtwängler in Berlin bereits 1934 verboten worden war, erfolgte sie erst 1938 in Zürich. Und am Dirigentenpult stand damals der junge Hamburger Ingolf Dahl, der kurz darauf nach Los Angeles emigrierte.

Mit dieser Konzertveranstaltung soll an das Wirken dieses in Hamburg wie überhaupt in Deutschland bisher völlig unbekannten Komponisten, Dirigenten und Pianisten erinnert werden.

Als Ausführende konnten das in Groß Borstel lebende international konzertierende Klavierduo Friederike Haufe und Volker Ahmels sowie die Chöre Kantorei St. Peter und Martin-Luther-Kantorei unter der Leitung ihrer Chorleiterin Nicola Bergelt gewonnen werden.

Veranstalter sind die Freunde des Stavenhagenhauses e.V., die Kirchengemeinde St. Peter  und der Kommunal-Verein von 1889 in Gross-Borstel e.V.

Eintritt frei, Spenden erwünscht und benötigt

Ort: Kirche St. Peter, Schrödersweg 5, 22453 Hamburg

Fotos: Haufe/Ahmels

Dienstag, 31. Januar 19:30
Lesung und Gespräch: Widerständiges Frauenleben
Erinnerungen an 20 Frauen aus der Widerstandsorganisation um Bernhard Bästlein, Franz Jacob und Robert Abshagen

lisbeth-bruhnmarie-priessaenne-bohneNach den schweren Luftangriffen auf Hamburg im Juli und August 1943 erhalten über 50 inhaftierte Widerstandskämpfer unerwartet ‚Bombenurlaub‘ vom Untersuchungsgefängnis. Aenne Bohne, Lisbeth Bruhn und Marie Prieß beschließen, nach Ablauf dieser Frist nicht wieder zurückzukehren und stattdessen unterzutauchen. Wer ermöglichte ihnen das Leben in der Illegalität? Wie sah ihr Leben aus? Wir berichten über ihre Unterstützerinnen, die ‚kleine Solidarität‘ von Genossinnen und Freundinnen, die es ihnen möglich machten, in der Illegalität zu leben. (Fotos: Chodinsky)

Veranstalter: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschist/inn/en Hamburg Nord in Kooperation mit dem Bürgerhaus in Barmbek

Eintritt frei, Spenden erwünscht

Ort: Bürgerhaus in Barmbek, Lorichsstr. 28 A, 22307 Hamburg

Freitag, 3. Februar, 20:00
Sibylle Kynast – Weltmusik

Sibylle Kynast„Wir müssen uns immer wieder die Verbrechen der Nazis vor Augen halten, weil dies das einzige Mittel dagegen ist, dass sich solche Dinge wiederholen können. Wir sehen täglich, dass der faschistische Geist noch längst nicht erloschen ist.“

Diese Worte von Mikis Theodorakis stellt Sibylle Kynast als Motto über ihr Konzert. Zum Gedenken an die Opfer der Shoah singt sie Lieder auf Jiddisch, Hebräisch, Griechisch, Ladino und Lieder der Roma, denn auch die Sinti und Roma waren Opfer des Nationalsozialismus.

Seit den 60er Jahren steht Sibylle Kynast auf der Bühne, damals als Sängerin der ersten Folklore-Gruppe Deutschlands, den ‚City Preachers’ – neben Stars wie Alexandra, Inga Rumpf und Udo Lindenberg. Sie interpretiert ihre Lieder mit dunkler, ausdrucksstarker Stimme und vermittelt Menschen aller Kulturen und Religionen die Botschaft einer weltumspannenden Verbundenheit und leistet so einen Beitrag zur Völkerverständigung, was in diesen unruhigen und kriegerischen Zeiten, in denen Menschen verschiedenster Nationalitäten zu uns kommen, für sie ein besonderes Anliegen ist. Mit ihren Liedern in Ladino, der Sprache, die die Juden im maurischen Spanien gesprochen haben, möchte sie auf eine Zeit aufmerksam machen, in der Juden, Christen und Moslems friedlich miteinander lebten. Gerade im musikalischen Bereich koexistierten diese Kulturen während einiger Jahrhunderte friedlich nebeneinander und gaben damit ein leuchtendes Beispiel für die Möglichkeit eines sich gegenseitig befruchtenden Miteinanders.

Begleitet wird sie von Horst Memmen: Gitarre, Paul Rudolf: Kontrabass und dem rumänischen Geiger Sorin Ferat

Veranstalter: Kulturhaus Eppendorf und Stadtteilarchiv Eppendorf

Karten online kaufen € 13,-/erm. € 11,-

Ort: Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, 20251 Hamburg

Donnerstag, 9. Februar, 11:00 – 13:00
Sonderführungen in der Gedenkstätte Kolafu
mit den Zeitzeuginnen Ilse Jacob und Ursula Suhling

Bereits Ende März 1933 wurden einige Gebäude der Fuhlsbütteler Strafanstalten mit politischen Gegnern des Naziregimes belegt. Der zunächst improvisierten Unterbringung von sogenannten Schutzhaftgefangenen folgte am 4. September 1933 die offizielle Eröffnung dieses Konzentrationslagers als Einrichtung des Strafvollzugsamtes und die Übertragung der Leitung und Bewachung an SA- und SS-Angehörige. Zum 1. Dezember 1933 wurde das Konzentrationslager der Staatspolizei unterstellt. (Quelle Text und Bild: Homepage Gedenkstätte Neuengamme)

Die Führungen sind auch für Schulklassen gut geeignet. Anmeldung erbeten unter: Tel.: 57 14 52 40, Andrea.krieger1@vodafone.de, Teilnahme auch ohne Anmeldung ist möglich.

Veranstalterinnen: VVN BdA Hamburg Nord (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der AntifaschistInnen) und Willi-Bredel-Gesellschaft

Teilnahme frei

Ort: Gedenkstätte Kolafu, Suhrenkamp 98, 22335 Hamburg
(S/U-Bahnhof Ohlsdorf, S1/U1).

Donnerstag, 9. Februar, 19:30
Vortrag und Diskussion: Krieg oder Frieden am Beispiel Syrien
Kriegsursachen – und wie können wir aktiv werden für den Frieden?

Die Situation in Syrien ist kompliziert. Wer verfolgt welche Interessen dort, und wie kann ein Friedensprozess gelingen? Professor Dr. Norman Paech  referiert zu diesem Thema und steht hinterher für eine Diskussion zur Verfügung.

VeranstalterInnen: Barmbeker Initiative gegen Rechts in Kooperation mit dem Kulturpunkt Barmbek Basch, unterstützt vom Ver.di Arbeitskreis Frieden

Eintritt frei, Spenden erwünscht

Ort: Kulturpunkt Barmbek Basch,  Wohldorfer Str. 30, 22081 Hamburg

Freitag, 10. Februar, 20:00
Die Reise nach Jerusalem

Foto: Schlenker

Foto: Schlenker

Die drei in Verden geborenen Geschwister Marianne, Michael und Nico haben einander schon vor langer Zeit aus den Augen verloren. Anlässlich der Beerdigung ihres Großvaters treffen diese Kriegsenkel im Jahr 2015 in Verden wieder aufeinander. Das Erbe, das sie antreten sollen, setzt für jeden von ihnen eine intensive Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte und damit unweigerlich auch mit sich selbst in Gang. Die Folgen werden wiederum die Biografien der Geschwister prägen.

Die Reise nach Jerusalem geht anhand einer fiktiven Geschichte dem generationenübergreifenden kollektiven Schuldkomplex nach und macht erfahrbar, welchen beispielhaften Einfluss das Handeln der Kriegsgeneration auf ihre Nachkommen hat.

Mit Julia Nehus, Birgit Scheibe und Christoph Plünnecke, Regie: Hans König

AK € 17,50/erm. € 15,-, VVK € 15,-/erm. €12,- (Gruppenermäßigung auf Anfrage)

Ort/Veranstalter: Goldbekhaus, Bühne zum Hof, Moorfuhrtweg 9, Reservierung: 278702-0, info@goldbekhaus.de

Samstag, 11. Februar 2017, 20:30 Uhr
Mahnung: Jüdische Musik gegen rechts

stellasmorgenstern-polinameEigens für die Woche des Gedenkens hat Stellas Morgenstern wieder Musiker eingeladen, um mit einem einmaligen Konzert an die traditionelle Musik der osteuropäischen Juden zu erinnern und die Bandbreite neuer jüdischer Musik aufzuzeigen. Unter dem Motto ‚Mahnung‘ präsentieren Polina und Merlin Shepherd (Brighton/UK) und Stellas Morgenstern (Hamburg/Israel) ihre persönliche Auswahl traditioneller und neuer jüdischer Kompositionen gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus.

Als verfolgte Minderheit sind Juden besonders sensibilisiert, wenn es um Verfolgung, Flucht oder Diskriminierung geht. Antisemitismus gilt wieder als salonfähig, Rechtspopulisten haben Zulauf. Traditionelle jiddische Friedenslieder und Protestsongs, die von ihrer Aktualität nichts eingebüßt haben, setzen Stellas Morgenstern und die Shepherds dieser Ausgrenzung und Verfolgung entgegen. Darunter mischen sie eigene Kompositionen, mit denen sie jüdische Volksmusik lebendig halten und die Tradition fortführen möchten.

Polina und Merlin Shepherd kreieren eine Spiritualität, die sie außerhalb von Synagogen mit ihren Zuhörern teilen. Sie zählen zu den führenden Musikern, die osteuropäische jiddisch-jüdische Musik in ihrer ursprünglichen Stilistik wieder aufleben lassen, vereinen westliche jüdische Lebensart mit der Welt des untergegangenen osteuropäischen Shtetls zu einer spannungsgeladenen Melange und erreichen so ein neues Verständnis musikalisch gelebter Yiddishkayt.

‚Stellas Morgenstern – Beautiful Songs – New & Old Jewish Folk‘ spielt neue und alte jüdische Volksmusik mit unverkennbar orientalisch-anglo-sächsischen Einflüssen auf Hebräisch, Jiddisch, Englisch und Deutsch. Die meisten Lieder stammen aus der Feder des Tel Aviver Künstlers Merose, der seit 40 Jahren zwischen Hamburg und Tel Aviv pendelt. Die Songs laden ein zum Träumen und Sinnieren oder machen Lust mitzutanzen.

„Mit dem Anspruch, einer zunehmend aus den Fugen geratenen Welt die universale Sprache der Musik entgegenzusetzen, war Stellas Morgenstern angetreten. Mit ihrer abwechslungsreichen wie leidenschaftlichen, multiinstrumentalen und multilingualen Mixtur aus neuem und altem, jiddischem und amerikanischem Folk ist das mehr als gelungen.“ Matthias Liedtke/NOZ

Besetzung: Polina Shepherd – Gesang, Klavier, Merlin Shepherd –Klarinetten
Stellas Morgenstern: Stella – Gesang, Autoharp, Ukulele, Andreas Hecht – Gesang, Gitarren, prof*merose – Kompositionen, Zeichnungen

Ort/Veranstalter: Goldbekhaus, Bühne zum Hof, Moorfuhrtweg 9, Reservierung: 278702-0, info@goldbekhaus.de

AK € 15,- (13,-) VVK € 12,- (10,-)

Montag, 13. Februar, 18:30
Lesung: Stolpersteine in Barmbek

Eintritt frei

Ort/Veranstalterin: Geschichtswerkstatt Barmbek, Wiesendamm 25 (Eckladen), 22305 Hamburg

Mittwoch, 15. Februar, 10:00
Elses Geschichte. Ein Mädchen überlebt Auschwitz

Die wahre Geschichte der Else Schmidt, mit dem Kamishibai erzählt von Annette Huber

Veranstalter: Stadtteilbüro Dulsberg

Eintritt frei. Anmeldung erforderlich unter 040 – 652 80 16 oder stb@dulsberg.de

Ort: Lesehaus Dulsberg, Alter Teichweg 200, 22049 Hamburg

Freitag, 17. Februar, 20:00
Hamburg Klezmer Band – Jiddische Musik, traditionell und modern – Konzert mit Livemalerei von Pavel Ehrlich

Hamburg Klezmer-BandNach dem sensationellen Erfolg der Band zusammen mit dem Livemaler Pavel Ehrlich bei der Woche des Gedenkens 2016, kommen sie 2017 wieder in unser Haus:

Die Hamburg Klezmer Band beherrscht das authentische und traditionsgetreue Spiel, die Seele der Hamburg Klezmer Band aber ist das Erkunden neuer Wege. Aus den verschiedensten Stilistiken entsteht so ein ganz eigener Sound, der das Konzerterlebnis spannend und unverwechselbar macht – eine großartige Mischung aus Pavel Ehrlich, BarkeTradition und Moderne. Die Mitglieder der Band sind weltweit in verschiedenen musikalischen Projekten aktiv, die tiefgründig die Jiddische Musik und die damit verbundene Kultur erforschen.

Die Band besteht aus dem Violinisten und Komponisten Mark Kovnatskiy, einem der bemerkenswertesten Klezmer-Violinisten Europas, dem Akkordeon-Virtuosen und Arrangeur Stanislav Dinerman sowie dem Tubisten und Musiktheoretiker Mikhail Manevitch. Diesmal wird zusätzlich der Moldawische Schlagzeuger Peza Boutnari dabei sein, der seit 1990 in Deutschland lebt und als Studioschlagzeuger, Schlagzeuglehrer und Musikproduzent tätig ist.

Pavel Ehrlich wird seine begeisternde Livemalerei zeigen, die direkt auf die große Leinwand auf der Bühne übertragen wird. Wie ein roter Faden zieht sich durch die Arbeiten des ukrainischen Künstlers die Suche nach dem Ursprünglichen, nach dem, was das Leben ausmacht. Er bezieht seine Themen ebenso aus der Mythologie und Religion wie aus dem Leben und zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei ist er in der Lage, mit wenigen Strichen Emotionen, Bewegungen, Charaktere und selbst Musik einzufangen.

Veranstalter: Kulturhaus Eppendorf und Stadtteilarchiv Eppendorf

Karten online kaufen € 15,-/erm. € 12,-/SchülerInnen € 5,-

Ort: Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, 20251 Hamburg

Samstag, 18. Februar, 14:00
Stadtteilrundgang : Damals bei uns in Groß Borstel
Erinnerungen und Berichte über Nazizeit, Krieg und Neubeginn 1933 bis 1945 mit Udo Spengler

titel-broschuereAufgrund des hohen Interesses bieten wir den etwa zweistündigen Rundgang dieses Jahr erneut an. Insbesondere SchülerInnen sind herzlich willkommen. Es ist Zeit genug für Nachfragen, eigene Erlebnisse von Teilnehmenden und Fragen zum aktuellen Bezug.

Wer die VVN BdA Hamburg Nord kennenlernen möchte: Wir treffen uns (bis auf Juli und Dezember) bei Jarrestadt Leben, jeden letzten Sonntag ab 11:00. Kontakt: Andrea,krieger1@vodafone.de

Veranstalterin: VVN BdA Hamburg Nord (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der AntifaschistInnen)

Teilnahme frei, Spenden willkommen

Ort: Treffpunkt vor der Sparkasse, Ecke Borsteler Chaussee/Brödermannsweg

Donnerstag, 23. Februar, 20:00
Rabbi Walter Rothschild erzählt aus seinem Leben und singt Leider. Kabarettkonzert

Rabbi Walther RothschildDer Berliner Rabbiner Walter Rothschild, Weltbürger, Autor, Eisenbahn-Spezialist und Kabarettist erzählt aus seinem Leben und singt leider – Pardon: Lieder. Er ist nicht nur ein außerordentlicher jüdischer Gelehrter, sondern ebenso begnadeter Geschichtenerzähler mit britisch-jüdischem Witz, Charme und Biss.

Rothschild erzählt, wie es ist, in Großbritannien und Deutschland Jude zu sein. Dazu singt er seine Lieder. Einige haben eher humoristischen Charakter, andere sind ziemlich ernst. Es geht um Beschneidungen, das Unterrichten und den Antisemitismus. Und schließlich sind wertvolle Neuschöpfungen zu Schuberts Liederzyklen zu hören, wie ‚Die Winterbahnreise‘ und ‚Schwangergesang‘.

Begleitet wird Rabbi Rothschild vom Komponisten und Pianisten Max Doehlemann am (und unter dem) Klavier. Zusammen bringen sie ein witziges, nachdenkliches und in jedem Fall kurzweiliges Programm auf die Bühne. Regie: Jan Becker.

Als überraschender Geschichten-Erzähler ist Walter Rothschild mit dem Erzählband ‚Auf das Leben‘ (Goldmann 2008) einem größerem Publikum bekannt geworden.

Beitrag in Radioeins (RBB, 5.6.2016):
Den Beruf auf die Kabarett-Bühne bringen, das scheint ja manchmal ganz gut zu funktionieren. Prominentes Beispiel: Eckart von Hirschhausen, der Medizin studierte. Murat Topal war jahrelang als Polizeibeamter in Berlin-Kreuzberg unterwegs, bevor er damit auf die Bühne ging, und jetzt kommt: Rabbi Rothschild. Für seinen bissigen Humor ist der Rabbiner schon länger berühmt und berüchtigt. Man empfahl ihm mal: Er solle doch lieber bei Monty Phyton Karriere machen als in der Synagoge. Da war es vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis er sich wirklich auf die Kabarett-Bühne stellt.

Veranstalter: Kulturhaus Eppendorf und Stadtteilarchiv Eppendorf

Karten online kaufen € 13,-/erm. € 11,-/SchülerInnen € 5,-

Ort: Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, 20251 Hamburg

Ausstellungen zur Woche des Gedenkens

Termine noch unvollständig:

Sonntag, 29. Januar, 11:00
Ausstellungseröffnung
Till Leeser: Displaced Memories – Beunruhigende Verschwommenheit

Ausstellung Till Leeser im Kulturhaus EppendorfBei Besuchen der Konzentrationslager hatte ich immer das Gefühl von ‚gerade noch eingefangen‘ und ’noch nicht ganz verschwunden‘. So habe ich versucht, die Bilder in diesem Zwischenraum anzusiedeln. Unschärfe, eigentlich ein Fehler in der Fotografie, habe ich zum Stilmittel gewählt. Ich reduziere das Subjekt auf das Wesentliche. Eine Mauer ist nicht mehr nur eine Mauer, sondern auch das, was sie verdeckt, einsperrt, abwehrt oder verhindert. Ich verweigere den klassischen Wiedergabecharakter der Fotografie, ohne ihr Wesen zu beeinträchtigen, immer Teil der Situation zu sein, die sie zeigt. Der Betrachter muss sich mit dem Entzug der Realität zufriedengeben, er muss sie durch Erinnerung ersetzen.

Die Unschärfe ist ein Vorzeichen des Verschwindens. Ein unscharfes Bild lässt das Auge nicht zur Ruhe kommen, es sucht in dem Bild Indizien, die Aufschluss über das Unvorstellbare geben. Sie provoziert die Phantasie, das Unvollständige zu vervollkommnen, sie provoziert Erinnerungen.

Meine Bilder provozieren das Phänomen des sich Erinnerns. Da der Betrachter nicht von der Realität des Abgebildeten vereinnahmt wird, eröffnet sich ihm das, was nicht abgebildet ist. Das Bild füllt sich mit zusätzlichen Dimensionen, und es lassen sich Empfindungen anderer Sinne damit verbinden. Da kein Bild einer Erinnerung dem Erlebnis entspricht, an das sich die Erinnerung knüpft, kommt die Unschärfe dem Erlebnis am nächsten. Sie ist eine Balance zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Ausdruck von Unzufriedenheit und dem Verlangen, anderes zu sehen als üblicherweise.

Der Besuch dieser Orte löst in mir immer ein Gefühl von Trauer aus, das Gefühl, etwas verloren, vergessen oder versäumt zu haben. Es entsteht eine beunruhigende Verschwommenheit. (Till Leeser)

Besichtigungszeiten: Mo/Do/Fr 12:30-15:00, Mi 18:00-19:30 Uhr u.n.V. bis zum 24.3.2017

Veranstalter: Kulturhaus Eppendorf und Stadtteilarchiv Eppendorf

Eintritt frei

Ort: Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, 20251 Hamburg